ich fahr’ wieder nach hallstatt!
anwora | Montag, 15. September 2008, 13:17

mein bildbeitrag aus hallstatt zur jungen, sogenannten –> “krocha-kultur”.


als zweiter band der neu gegründeten publikationsreihe der
prähistorischen abteilung des naturhist. museums wien erscheint nun in kürze:
SALZ - REICH, 7000 Jahre Hallstatt
“Es berichtet über den Anfang des Salzabbaus in Hallstatt, über die prähistorischen Bergwerke, über das weltberühmte Gräberfeld der Älteren Eisenzeit, über das Leben der prähistorischen Bergleute; es erzählt von den Anfängen der Forschung in Hallstatt, über die ersten Pioniere, wie den Bergmeister Johann Georg Ramsauer, und es präsentiert einen Überblick über den letzten Stand der Forschung.”
es ist vollbracht!
großen dank für die gelungene zusammenarbeit an
Anton Kern, Kerstin Kowarik und vor allem an Hans Reschreiter.
es ist wunderbar mit euch zu arbeiten,
nochdazu an einem und über einen ort wie hallstatt!
SALZ - REICH, 7000 Jahre Hallstatt
Hrsg.: Anton Kern, Kerstin Kowarik, Andreas W. Rausch und Hans Reschreiter
240 Seiten, etwa 600 Abbildungen
ISBN 978-3-902421-26-5
die buchpräsentation findet am 16.8.2008 in hallstatt
im rahmen der zweitägigen veranstaltung “archäologie am berg” statt. (erlebenswert!!!)
zu beziehen sollte es dann bald im naturhist. museum sein (shop) bzw. direkt über den
–> verlag des museums, im museum hallstatt sowie im gut sortierten buchhandel und hoffentlich in absehbarer zeit auch über amazon.

… wenngleich es nicht immer danauch aussieht! ==>

… und daher meine längere abwesenheit von dieser meiner seite.
amsterdam:
woran heftet sich mein blick?
was ist das, was dieser blick an den strand meiner aufmerksamkeit spült?
warum dieses, was ist das und was heißt das?
seit 4 tagen brüte ich darüber.
es ist von belang.
inwiefern?
ich bleibe d’ran.

da es ja bald so weit ist, hier eine weihnachtsbeobachtung aus steinhof in wien.
unter-tag-impressionen der grabungssaison 2007 in hallstatt:
scheibtruhenrally in sagenhafter bestzeit: 36 sekunden!
starring: hans (the driver) & ralf (the daredevil)
das bedeutet ‚geschichte’ auf holländisch und habe ich diese tage im buch
„allerseelen“ von cees nooteboom gelernt.
die bedeutungsanklänge sind so wunderbar weitreichend wie auf-der-hand-liegend.
heillos verknüpft mit allem was je gewesen ist, ohne die blasseste vorstellung darüber,
was das hieße, und dennoch ständig dazu verflucht das luftschloss der wahrheit mit
frischer farbe zu tünchen und damit eine weitere schicht zwischen uns und die
verstrichene zeit zu bringen;
in redlicher einfältigkeit: geschieden und geschichtet.
ein aspekt zur ironie von geschichte,
den umgang mit geschichte, der geschichte der geschichte:
im ausgehenden barock und beginnenden klassizissmus war es unter adeligen geschlechtern „en vogue“ sich mit zitaten von „geschichte“ zu umgeben: das schloss auf der pfaueninsel in berlin, die „römische ruine“ von schönbrunn in wien sind beispiele dafür. „es ist schon als ruine erbaut worden, […]. nicht erwarten können, einen vorschuss auf die vergangenheit der zukunft nehmen.“ (cees nooteboom)
und nun wird dieses konstruierte (erfundene !), barocke herbeizitieren der geschichte selbst zum anlass der geschichtsforschung und in aufwändigen bemühungen erforschen und rekonstruieren wir die allüre eines geschichtsbildes.
siehe: –> BDA “römische ruine”
geschichte ist eine infinite „babuschka“.
und:
zu tränen rührend, wunderschön:
„Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.“
(Walter Benjamin. Gesammelte Schriften. Band I/2. S. 697f)
–> am besten in der vertonung von „einstürzende neubauten – berlin babylon“